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Mellefont und v. Gröningseck: Ein Vergleich der Verführer Daniel Brüggemann

Mellefont und v. Gröningseck: Ein Vergleich der Verführer

Daniel Brüggemann

Published January 1st 2003
ISBN : 9783638187428
ebook
23 pages
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 About the Book 

EinleitungMitte des Achtzehnten Jahrhunderts erstarkten in den vielen deutschen Einzelstaaten langsam die b rgerlichen Schichten. Das Entstehen einer eigenen Mentalit t, eines Standesbewusstseins war gepr gt von der Besinnung auf die eigenen Tugenden und der bewussten Abgrenzung gegen ber dem Adel. Neben dem traditionellen, h fischen Bewusstsein bildete sich eine neue, b rgerliche ffentlichkeit heraus. Diese b rgerliche ffentlichkeit definierte und best tigte sich neben den konomischen Gesellschaftsfeldern auch in der Kultur, und hier vor allem in der Literatur.Es bildete sich bald eine eigene, neue literarische Gattung heraus, die nicht mehr nur den Adel in seiner Vorbildfunktion zeigte, sondern neben der kritischen Sicht auf die Herrschenden vor allem auch den typischen Vertreter des b rgerlichen Standes mit seinem Alltag, seinen Problemen und Tugenden zum Hauptthema hatte. Das deutsche b rgerliche Trauerspiel hatte seine Glanzzeit w hrend der F nfziger bis Siebziger Jahre des Achtzehnten Jahrhunderts. Trotz der relativ kurzen, daf r aber umso intensiveren Periode dieser literarischen Str mung wurden in nur 50 Jahren eine enorme Anzahl an sogenannten b rgerlichen Trauerspielen verfasst und in Deutschland aufgef hrt. Unter den Autoren dieser Dramen finden sich bekannte Namen wie Friedrich Schiller, Jakob Michael Rheinhold Lenz, Friedrich Hebbel und Gotthold Ephraim Lessing, aber auch heutzutage kaum mehr genannte Dichter wie August Wilhelm Iffland und Heinrich Leopold Wagner.Allen diesen Dramen war eine gewisse Motivf lle gemeinsam, die aus dem t glichen Leben des B rgertums, dessen Sorgen und den aktuellen Themen der Zeit sch pfte, eines der bedeutendsten war das der Verf hrung. Zu diesem Motiv geh ren neben der Figur der Verf hrten Unschuld und der Femme Fatal, denen zahlreiche Analysen und Diskussionen gewidmet wurden, und dem Themenkreis der Familie, die unter den Folgen der Verf hrung zu leiden hatte, ja oftmals zerbrach, notwendigerweise die Figur des Verf hrers. Als vermeintlichen Ausgangspunkt der meist folgenden Katastrophen, als Ursache der Handlung des Dramas ist der Verf hrer dennoch meist vielschichtig gezeichnet, ber das rein Lasterhafte hinaus...